Sicherheit am Arbeitsplatz hat viele Aspekte und umfasst jede einzelne Berufssparte. Jede Berufssparte hat ihre eigenen Gefahren. In Büroberufen sind mögliche Gefahrenquellen beispielsweise in Tonerstäuben, in verwendeten Teppichklebern oder der Intensität, Zahl und Einwirkungsdauer von Strahlungsquellen zu finden. Die Bildschirmqualität nimmt Einfluss auf das Sehvermögen. In einer Buch-Auslieferung sind es die Hochregale, die Packstraßen, die Papierpresse im Hof, die herumfahrenden Gabelstapler oder die schweren Paletten, die von Hochregalen heruntergehoben werden müssen. So oder so müssen Gesundheitsrisiken minimiert werden. In bestimmten Fällen geschieht dies beispielsweise durch eine Regalprüfung.
Sicherheitscheck an bestimmten Regalen
Ob eine Regalprüfung nach DIN EN 15635 anfällt, hängt von der Art der Regale ab. Ein mittelhohes Ikea-Holzregal, in dem sich mehrere Aktenordner aneinander reihen, unterliegt dieser Prüfung nämlich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einknickt oder umkippt, ist relativ klein. Falls es doch passiert, ist der Schaden vermutlich nicht allzu hoch. Knickt aber ein Hochlastregal ein, auf dem tonnenschwere Buchpaletten stehen, können Menschen zu Tode kommen. Die DIN EN 15635, die seit 2009 in Kraft ist, regelt die Verantwortlichkeiten eines Firmeninhabers in Bezug auf die Sicherheit der Lagereinrichtungen. Er muss diese mindestens einmal innerhalb von einem Jahr durch fachkundige Spezialisten inspizieren lassen. In Falle von Unfällen oder anderen Schadensfällen nimmt die Gerichtsbarkeit darauf Bezug. Eine Eigeninspektion der Regale reicht nicht aus. Nur Fachleute können Anzeichen von Materialermüdung erkennen oder beurteilen, ob die Statik eines Hochlastregals gefährdet ist, wenn ein Gabelstapler gegen eine Querstrebe gefahren ist. Im Arbeitsalltag kann man solche Geschehnisse nicht ausschließen. Wie gravierend der Schaden ist, muss umgehend festgestellt werden.
Prüfungspflichtige Regalsysteme
Zu den Regalsystemen, die der Regalprüfung nach DIN EN 15635 unterliegen, zählen beispielsweise alle Regale, in denen Paletten gelagert werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Regale fest mit Schrauben im Boden verankert sind oder bewegt werden könnten. So genannte Einfahr- und Durchlaufregale unterlegen ebenso der fachkundigen Regalprüfung wie so genannte Fachbodenregale – egal ob sie stationär montiert oder verfahrbar sind. Aus Sicherheitsbestrebungen heraus sollten solche Regale immer zusätzlich überprüft werden, wenn ein neuer Schaden eingetreten ist. Inspektion und zeitnahe Reparatur verhindern, dass man als Betreiber eines Lagers wegen mangelnder Sicherheit haftbar gemacht werden kann, wenn etwas passiert. Die Regalüberprüfung durch fachkundige Inspekteure umfasst akribische Sichtkontrollen, die eventuelle Schäden an Rahmen, seitlichen Stützen und Traversen betreffen. Geprüft wird auch, ob die geforderten Sicherheitseinrichtungen vorhanden und funktionsfähig sind. Punktuell werden die Regale vermessen, um die Standsicherheit zu überprüfen. Auch die vorgeschriebenen Belastungsgrenzen unterliegen der Überprüfung. Der Prüfbericht dokumentiert lückenlos alle aufgefundenen Mängel. Gegebenenfalls kann eine Risikoanalyse angefertigt werden, die auch Verbesserungs- und Reparaturvorschläge umfasst.
Sinn der Regalprüfung nach DIN EN 15635
Sinn und Zweck der Überprüfung ist es, die Sicherheit der belasteten Regale regelmäßig zu überprüfen. Dass darüber hinaus auch die Menschen versagen können, die täglich an ihnen arbeiten, ist eine andere Sache. Bevor man den Menschen Sicherheitsbestimmungen zur Kenntnis bringt, muss erst einmal die Sicherheit aller verwendeten Geräte, Maschinen und Arbeitsmittel gewährleistet sein.
