Fleischkonsum

04.06.15

Ich bin grundsätzlich ein sehr tierfreundlicher Mensch. Aber ganz ohne Fleisch ernähren, kann ich mir gerade noch nicht vorstellen. In Deutschland steigt der Fleischkonsum nach wie vor und die Tierquälerei in der Massentierhaltung gleichermaßen. Für mich stellt sich die Frage: Was können wir tun, um die Tierquälerei zu stoppen?

Fleischkonsum Deutschland – Fleischatlas 2014

Der BUND hat mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde Diplomatique den Fleischatlas 2014 veröffentlicht. Darin werden zahlreiche Fakten zum Fleischkonsum veröffentlicht. Die Ergebnisse machen deutlich, dass innerhalb Deutschlands der Konsum an Fleisch 2013 zwar gesunken ist, die globale Nachfrage aber weiterhin enorme Ausmaße annimmt. Unabhängig von den Daten zum Fleischatlas 2014 konnte ich recherchieren, dass die Fleischerzeugung 2014 innerhalb Deutschlands wiederum zugenommemn hat. Im Jahr 2014 wurden mehr Rinder, Hühner und Schweine gschlachtet, als in irgendenem anderen Jahr. Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass 1,3 Prozent mehr Fleisch als im Vorjahr 2013 die gewerblichen Schlachthäuser verlassen hat. Das entspricht circa 100.000 Tonnen Fleisch und maximiert die Gesamtzahl auf 8,2 Millionen Tonnen Fleisch. Besonders Hühnerfleisch wird mehr produziert.

Die Prognosen des Fleischatlas machen mir Angst. Demnach soll die Fleischerzeugung bis Mitte des aktuellen Jahrhunderts auf knapp eine halbe Milliarde Tonnen ansteigen. Zum Vergleich: Momentan sind es rund 300 Millionen Tonnen! Die Prognose basiert auf den aktuellen Entwicklungen und macht klar, wo wir landen, wenn wir nicht umdenken. Mit der Erhöhung der Fleischproduktion geht zudem ein enormer Anstieg der Sojaproduktion einher. Warum? Weil die vielen Schlachttiere gemästet werden müssen.

Im Grunde muss uns die Entwicklung des Fleischkonsums ernsthaft Sorgen bereiten. Und ich finde, das sollte sie auch. Denn wenn nicht langsam etwas passiert, vergessen wir uns selbst. Die Tiere und ihre Bedürfnisse haben wir anscheinend längst vergessen. Das traurige Ergebnis des zunehmenden globalen Fleischkonsums ist, dass die Erzeugung von Fleisch immer mehr in die industrielle Schiene gerät. Schlachtanlagen werden immer größer, Tiere immer schlechter gehalten und das Fleisch immer billiger und oft auch minderwertiger. Hormonrückstände, Antibiotika Zufütterung und vieles mehr – alles Dinge die keiner will, aber trotzdem jeder akzeptiert, um Fleisch möglichst billig kaufen zu können. Typisch für den kurzsischtigen Verbraucher.

Die Fakten des Fleischatlas 2014 im Überblick:

  • Jedes Jahr werden in Deutschland 58 Millionen Schweine geschlachtet
  • Jedes Jahr werden in Deutschland 630 Millionen Hühner geschlachtet
  • Jedes Jahr werden in Deutschland 3,2 Millionen Rinder geschlachtet
  • In Europa ist Deutschland bezüglich der Schweineschlachtung Spitzenreiter
  • die US-amerikanische Firma „Tyson Foods“ schlachtet über 42 Millionen Tiere – IN EINER WOCHE!
  • Über 660 Millionen Schweine schlachtet China in einem Jahr

Besonders verrückt ist das Ganze wenn man bedenkt, wie viele Menschen auf der Welt hungern und wie viel Fläche global für die Futtermittelindustrie benötigt wird. Weltweit sollen von allen Agrarflächen mittlerweile 70 Prozent ausschließlich für die Gewinnung von Tierfutter genutzt werden. 70 Prozent!!! Stellt euch das mal vor. Ich hoffe ihr erkennt, wie absurd das ist! 70 Prozent der Fläche wird nur für Tierfutter genutzt – Das ist eine unfassbare Zahl. Wertvolle Fläche, die man eigentlich sinnvoller einsetzen könnte, bräuchte man nicht massenhaft Futter für die Masttiere. Circa 800 Millionen Tonnen Futtermittel, das entspricht mehr als 40 Prozent der weltweiten Hafer-, Mais-, Roggen- und Weizenernte, landen nicht auf dem Teller von Menschen, sondern in den Mastanlagen der Fleischproduzenten.

Die Umweltbelastungen dürfen dabei nicht unter den Tisch gekehrt werden. Um die Nachfrage zu stillen, kaufen die Big-Player enorme Anbauflächen im Ausland, um dort Futtermittel anzubauen. Durchschnittlich 13 Millionen Hektar werden allein für die Fleischproduktion für die Europäer in Südamerika zum Anbauen von Futtermittel-Rohstoffen eingesetzt. Leider befinden sich darunter Regenwälder, die abgeholzt werden. Viele umweltschädliche Stoffe wie Pestizide landen in riesigen Mengen im Boden und verseuchen ihn geradewegs. Einige Quellen berichten sogar von Neugeborenen in Südamerika, die aufgrund von gewissen Mittelchen, die in der Sojaproduktion großflächig eingesetzt werden unter Fehlbildungen leiden. Ganz zu schweigen von der Verschmutzung von Gewässern. Die Folgen der Entwicklungen reichen aber noch weiter. Da für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen immer weniger Fläche zur Verfügung steht, steigen die Lebensmittelpreise.

Wie man sieht kann man die negativen Auswirkungen des globalen Fleischkonsums kaum in Worte fassen. Die Daten im Fleischatlas sind so erdrückend und extrem, dass man sie kaum glauben kann. Umso wichtiger, dass wir endlich umdenken und uns bewusst machen, dass wir alle viel zu viel Fleisch konsumieren. Ausgenommen naütrlich diejenigen, die vegan oder vegetarisch leben. Und auch diejenigen, die ihren Fleischkonsum bereits drastisch gesenkt haben, tragen zur Verbesserung der Situation bei. Aber leider gibt es nach wie vor noch immer viel zu viele Menschen, die Unmengen an Fleisch verzehren.

Massentierhaltung – DOKU 2015

Das folgnede Video ist hart, aber ich habe es trotzdem eingebunden, weil ich denke, dass genau das notwendig ist. Es wurde vor vier rund Monaten als Doku-Sammlung-2015 veröffentlicht und fasst sehr gut zusammen, was auf der Welt in Sachen Massentierhaltung gerade los ist.  Ich glaube wir alle verschließen zu oft die Augen vor dem was tagtäglich für unseren Konsum abläuft.

Das Tierschutzgesetz in Deutschland ist zwar im Grundgesetz verankert und wird von den Gesetzgebern oft als das beste überhaupt betitelt, doch der Wahrheit entspricht das nicht. Ein wichtiger Bestandteil des Tierschutzgesetzes lautet:

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden….zufügen“

Wenn man die Fleisch- und Eierindustrie betrachtet, wirkt das wie ein großer WITZ! Es gibt bereits einige Verantwortliche, die Aufwachen, aber es sind noch viel zu wenig. Ein gutes Beispiel ist der Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Johannes Remmel, Er hat sich dafür stark gemacht, dass in Nordrhein-Westfalen das Massentöten in der Eierproduktion ab 2015 verboten wird. Grund war, dass ein Gericht in Münster bestätigt hat, dass das Töten von männlichen Küken gesetzeswidrig ist. Ein kleiner Lichtblick am Horizont. Remmel betont im Interview, dass er es als ethisch verwerflich betrachtet, dass die Tiere als Abfallprodukt entsorgt werden. Einer der wenigen Politiker, der das einsieht. Das Problem: Natürlich dauerte es nicht lang, bis die Brüterei-Unternehmen dagegen vorgehen und sich wehren. Leider hat das Verwaltungsgericht Minden entschieden, dass auch in Nordrhein-Westfalen das Töten von männlichen Küken weiterhin erlaubt ist. Nach Aussage des Gerichts ist der Erlass vom Umweltministerium NRW gegen die Tötung der Küken nicht rechtmäßig. Weitere Details dazu könnt ihr hier nachlesen. Ich bin gespannt wie es in diesem Fall weitergeht : (

Zum Hintergrund:

Wusstet ihr das mit den männlichen Küken? Ich war ehrlich gesagt geschockt, weil mir das zuvor nicht bewusst war. Es ist so (das wird im Video übrigens nochmals erläutert): Männliche Küken werden nach ihrer Geburt direkt getötet. Und das nur, weil sie männlich sind. Die Industrie hat für diese Geschöpfe schlicht weg keine Verwendung. Nur die weiblichen Hühner können Eier legen und nur die weiblichen sind in der Zucht zum Fleisch ansetzen geeignet. Männliche Küken vom Typ „Legeleistung“ können nicht so schnell gemästet werden, wie der Typ „Fleischansatz“, der speziell auf Fleisch gezüchtet wurde. Männliche Küken müssen deshalb sterben, weil sie also nicht zu Geld gemacht werden können. Und das ist bei uns erlaubt? Das hat mich überrascht und war mir so nicht klar. Da fragt man sich ernsthaft, was mit unserem Tierschutzgesetz ist. Hat es denn gar keine Bedeutung?

Ich muss an dieser Stelle einfach Wikipedia zitieren. Denn unmenschlicher und sachlicher kann man diese Sch… , die da veranstaltet wird, nicht ausdrücken. Das soll keine Kritik an Wikipedia sein, ich will nur unterstreichen, wie die Thematik offiziell darzustellen ist. Ich habe hierbei verschiedene Sätze rausgesucht, die mir persönlich aufgefallen sind. Also nicht wundern, wenn der Zusammenhang vielleicht etwas hinkt. Es geht mir nur darum zu verdeutlichen, wo wir mittlerweile gelandet sind: „Die Kükenproduktion wird heute fast ausschließlich von wenigen Großunternehmen betrieben.“, weiter wird erklärt: „Die Inzuchtlinien zur Zucht werden in großen Hallen in Käfigen gehalten. Diese Tiere sind das Ausgangsmaterial für die Zucht neuer Typen von Hybridhühnern in der Geflügelproduktion. Die Züchtungen, die die höchste Leistung erbringen, werden dann in Massen produziert.“ Doch das schlimmste wird hier nochmals erklärt: „Anschließend werden die ausgebrüteten Hähne mit Kohlenstoffdioxid vergast oder in einem Schredder getötet. Weltweit werden so jährlich 2,5 Milliarden und in Deutschland etwa 40 Millionen männliche Küken entsorgt.“ „Ausgangsmaterial“, „in Massen produziert“, „Mit Kohlenstoffdioxd vergast“ oder „in einem Schredder getötet“!!!! Vergasung und Tötung im Schredder – dazu fällt mir echt nichts mehr ein.

Bei einem Projekt, das im Video ebenfalls vorgestellt und in Europa und Deutschland bislang einzigartig ist, werden die Hähne, die sonst getötet werden, aufgezogen. Es dauert vier Monate länger, aber die Tiere werden artgerechter und langsamer aufgezogen. Man kann solche Projekte übrigens fördern. Die Eier und manchmal auch die Hähnchen kann man in einigen Bioläden kaufen, wie zum Beispiel Alnatura.

Man muss sich vorstellen, dass die Tiere in der Massentierhaltung speziell auf den schnellen Fleischansatz und eine sehr schnelle Mast gezüchtet sind. In nur wenigen Wochen ist ihr Leben beendet und sie landen im Kühlregal im Supermarkt. Mit den Hühnchen ist dabei längst nicht alles aufgedeckt. Auch bei Puten, Schweine und Rinder geht es vielerorts ähnlich zu. Ich will allerdings nicht auf jedes Tier einzeln eingehen, da das den Rahmen sprengen würde. Aber ich denke ihr seht im Video sehr gut, worauf das alles hinausläuft. Die Bedingungen bezüglich des Tierschutzes sind überall ähnlich schlecht. Es geht nur noch darum, dass die Tiere schnell wachsen, zunehmen und möglichst fix wieder geschachtet werden. Als Leben kann man dieses Dasein nicht bezeichnen. Viel zu wenig Platz, Langeweile und Eintönigkeit prägen den Alltag von Masttieren.

Fleischkonsum – Heute und Gestern

Deutlich werden die Missstände in Sachen Fleischkonsum besonders dann, wenn wir den Fleischkonsum von früher und heute vergleichen. Früher, als meine Eltern noch jung waren, war Fleisch kostbar und es kam maximal einmal pro Woche auf den Tisch. Ansonsten gab es Gemüse und Co. Früher konnte man es sich nicht leisten ständig Fleisch zu essen. Es war für damalige Verhältnisse wesentlich teurer als heute. Das lag daran, dass die Tierhaltung und Schlachtung teurer waren.

Die moderne Industrie hat es möglich gemacht diese Kosten drastisch zu senken. Die Fleischpreise sind stark gesunken, wodurch der Verbraucher immer häufiger zum Fleisch greift. Mittlerweile essen die Deutschen mehrmals die Woche oder sogar täglich Fleisch. Das betrifft 85% der Bevölkerung. Während der Fleischverzehr pro Person und Jahr in den 50er Jahren noch bei weniger als 30 Kilogramm lag, sind wir heute bei mehr als 60kg jährlich.

Verbraucher wollen keinen Tierschutz?

Der Hähnchen- und Geflügel-Spezialist Wiesenhof hat laut Aussagen im Video mehrfach versucht den Verbraucher von artgerechten Haltungsbedingungen für die Tiere zu überzeugen. Offenbar ohne Erfolg. Mit der Initiative „Privathofhähnchen“ will das Unternehmen gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund e.V. jetzt etwas ändern. Im Vergleich zur Intensivmast betreiben sie Anlagen, die den Tieren ein besseres Leben ermöglichen sollen. Es leben weniger Tiere in den Anlagen wodurch sie mehr Platz haben, sie dürfen länger leben und haben mehr Abwechslung. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder macht an dieser Stelle darauf aufmerksam, dass der Gesetzgeber endlich Standards erlassen muss, die tierschutzgerecht sind.

Ihr wollt euch über die „Privathofhähnchen“ informieren? Hier gibt´s dazu alles Wissenswerte dazu. Mit dem Kauf könnt ihr solche Projekte unterstützen und ein klares Zeichen setzen. Diese Projekte sind ein erster Anfang in die richtige Richtung. Es ist zwar auch keine Bio-Haltung auf dem Bauernhof. Aber zumindest könnte man damit die Menschen überzeugen, die aufgrund der Kosten kein Bio kaufen können. Preislich macht es nicht viel aus, sodass es sich doppelt lohnt umzusteigen.

Bisher ist der Anteil an Masthähnchen immer noch erdrückend. 99,4 Prozent der Hähnchen stammen leider aus konventioneller und damit nicht artgerechter Haltung!

Vegan, vegetarisch oder doch Fleisch?

Ich selbst bin zwar gegen tierschutzwidrige Tierhaltung und verachte die industrielle Tierhaltung, aber ganz auf Fleisch verzichten, kann ich mir gerade noch nicht vorstellen. Mit dem Gedanken habe ich aber schon mehrfach gespielt. Ich habe großen Respekt vor allen Veganern und Vegetariern. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz, weil sie sich einfach konsequent vom Fleischkonsum verabschieden und damit vermeiden, in irgendeiner Form Tierqualen zu dulden. Ich finde aber auch, dass man niemandem vorschreiben sollte völlig auf Fleisch zu verzichten und das es unterm Strich jeder für sich selbst entscheiden muss.

Das große ABER liegt im Konsum. Jeder kann darauf achten wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Wir alle haben dazu beigetragen, dass sich die industrielle Massentierhaltung zudem entwickeln konnte, was sie heute ist: Nämlich eine skrupellose Industrie für die menschliche Ernährung und gegen Tierrechte. Tiere werden nicht mehr wie Lebewesen, sondern wie Ware behandelt.

Wir müssen also künftig viel mehr darauf achten, was wir essen!

Alternativen finden

Ich persönlich esse generell eher wenig Fleisch und mehr Gemüse. Aber trotz allem dreht es mir bei jeder Wurst und jedem Steak, das ich esse, immer häufiger den Magen um, wenn ich an die Bilder aus den Reportagen zur Massentierhaltung denke. Ich habe kürzlich die Vegetarische Schinken Spicker Wurst der Firma Rügenwalder Mühle ausprobiert, um den Wurstkonsum zu reduzieren. Natürlich weiß ich nicht, ob der Kauf dieser Produkte nicht auch irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat, weil dann wiederum mehr pflanzliche Bestandteile angebaut werden müssen und das in der Masse möglicherweise schadet. Aber irgendwo muss man anfangen oder?

Wurstersatz

Ich weiß, dass bei dieser Wurst kein Tierfleisch zum Einsatz kommt und die Eier, die für die Herstellung verwendet werden aus Freilandhaltung stammen. Ich habe die Firme Rügenwalder Mühle angeschrieben, weil ich wissen wollte, ob das Unternehmen auch darauf achtet, dass bei der Hühnerhaltung keine männlichen Küken getötet werden. Denn seit ich die obige Reportage gesehen habe, will ich das genau wissen! Sobald ich die Antwort des Unternehmens habe, werde ich ein kleines Update in diesen Artikel einfügen. Geschmacklich ist die Wurst meiner Meinung nach top. Ich kann zu einer normalen Lyoner kaum einen Unterschied feststellen. Es ist bemerkenswert, dass man Wurst so gut nachmachen kann.

Es gibt denke ich viele Alternativen. Man muss nur offen für das Ausprobieren sein.

Einkaufsratgeber von WWF

Bei WWF habe ich einen hilfreichen Einkaufsratgeber für Fleisch gefunden. den solltet ihr euch anschauen. Er zeigt euch, wie ihr artgerechte Tierhaltung fördern könnt und auf welche Labels ihr beispielsweise achten müsst. Auf der Seite findet ihr einen Link zum Download des Ratgebers. Am besten ausdrucken und in die Küche zum Einkaufszettel hängen! Nur so könnt ihr euer Konsumverhalten dauerhaft und langfristig anpassen.

Fazit

Das Video zur Massentierhaltung und die darin festgehalten Fakten machen deutlich: Wir müssen von diesem System weg. Weg von Tierquälerei. Oder wollen wir, dass Tierquälerei zu unserem Lifestyle gehört? Wollen wir das auf Kosten unserer Ernährung Millionen Tiere qualvoll sterben und die, die den Weg bis zum Schlachter überleben, ein völlig abnormales Leben führen? Eins steht fest, wir können nicht mehr wegschauen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen.

Es kann doch nicht sein, dass Tiere auf Laufbändern durch Hallen transportiert werden und beim Verladen auf den LKW zum Schlachthof zum ersten Mal in ihrem Leben Tageslicht sehen!! Es macht mich unheimlich traurig, dass wir das alles zulassen. Ich könnte heulen, wenn ich sehe, wie automatisiert und industriell sowohl die Zucht als auch die Schlachtung stattfindet. Alles wirkt so weltfremd. So unreal. Aber es ist Realität!

Update 23.09.2015

Wie versprochen, möchte ich an dieser Stelle ein kleines Update bezüglich des Rügenwalder Mühle Produktes „Vegetarische Schinken Spicker“ verfassen. Den Zusammenhang könnt ihr in diesem Artikel unter „Alternativen finden“ nachlesen.

Nachdem ich bei Rügenwalder angefragt hatte, ob „es bei dieser Freilandhaltung auch üblich ist, dass die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet werden„, bekam ich folgende Antwort aus der Abteilung Qualitäts- und Umweltmanagement von Rügenwalder:

Wir arbeiten mit einem deutschen Lieferanten zusammen, der uns für die Herstellung unserer vegetarischen Produkte ausschließlich Ei-Eiweiß liefert, das von Hühnern aus Freilandhaltung stammt. Unser Lieferant berücksichtigt dabei die einschlägigen Vorgaben für die Freilandhaltung:

– Stall entspricht dem der Bodenhaltung mit Tränke- und Futtereinrichtungen sowie Nestern, Sitzstangen und Einstreu.

– Es werden maximal 9 Tiere pro Quadratmeter nutzbarer Fläche gehalten.

– Tagsüber haben die Tiere uneingeschränkten Zugang zu den Auslaufflächen von 4 Quadratmetern pro Tier.

– Die Gruppengröße umfasst bis zu 6.000 Tiere.

– Der maximale Radius der Auslaufflächen um den Stall beträgt 350 Meter.

Welche zusätzlichen Maßnahmen darüber hinaus im Einzelnen ergriffen werden liegt im Ermessen des Lieferanten bzw. der Landwirte. Zweinutzungshühner werden unseres Wissens aktuell nicht eingesetzt.

Der Begriff Zweinutzungshühner machte mich dann natürlich neugierig. Deshalb recherchierte ich in Bezug auf diese Antwort online nach dem Begriff und dessen Bedeutung. Bei Wikipedia fand ich folgende Information: Der Hintergrund des Zweinutzungskonzepts liegt in der Problematik der bestehenden konventionellen Hühnerzucht. Für männliche Küken gibt es keinen Marktbedarf, da diese keine Eier legen können und als Masthähnchen zu langsam wachsen sowie einen hohen Nahrungsbedarf haben. Deshalb werden die Küken innerhalb weniger Stunden nach dem Schlüpfen getötet. Zweinutzungshühnerzucht stellt eine Alternative zu dieser konventionellen Hybridhühnerzucht dar. Weibliche Küken des Zweinutzungshuhns werden als Legehennen aufgezogen. Männliche Küken des Zweinutzungshuhns werden mit etwa drei Wochen Alter separiert und gemästet für eine spätere Fleischnutzung.“

Außerdem heißt es auf Wikipedia: Durch die Verwendung von Zweinutzungshühnern soll die Problematik der männlichen „Eintagsküken“ in der Geflügelindustrie vermindert werden, da männliche Küken nicht wie üblich direkt nach dem Schlüpfen getötet werden, sondern für eine Fleischnutzung Verwendung finden.“

Aufgrund dieser Infos schrieb ich erneut an Rügenwalder und stellte folgende Frage: „Wenn Sie also sagen, es werden keine Zweinutzungshühner eingesetzt, heißt das dann dass die Tötung von männlichen Küken stattfindet?

Daraufhin folgte eine Erklärung von Rügenwalder:

In Bezug auf Ihre Interpretation bezüglich der Zweitnutzungshühner müssen wir Ihnen leider recht geben.

Wir arbeiten gerade verstärkt daran, die Produkte vegan herzustellen. Doch zurzeit entsprechen diese Produkte noch nicht unseren hohen Geschmacksansprüchen. Da die Entwicklung eines Produktes aber durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen kann, bitten wir um Geduld.

Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich beim Unternehmen Rügenwalder für die offene Antwort bedanken. Ich finde es gut, dass man mit dem Thema ehrlich umgeht und auch auf derartige Anfragen antwortet. Generell muss ich sagen, ist es natürlich schade, dass mit der Produktion der Vegetarischen „Wurst“ die Tötung männlicher Küken „gefördert“ wird. Natürlich nicht direkt, aber in dem Moment wo sich Unternehmen für einen Zulieferer entscheiden, entscheiden sie sich auch für die dort verwendeten Methoden. Doch Rügenwalder ist sicherlich auf dem richtigen Weg und sich zudem der Tatsache bewusst, dass die Kundschaft hier immer sensibler reagiert und detailliert wissen will, wie es hinter den Kulissen ausschaut.

Ich freue mich bereits auf die vegane Version und würde mir natürlich wünschen, dass Rügenwalder nur mit Zulieferern kooperiert, die sich konkret gegen die Tötung der männlichen Küken einsetzt. Ich für meinen Teil, habe beim Kauf dieser Ersatzwurst dann eben leider auch kein so gutes Gefühl mehr. Denn die sinnlose Tötung von Tieren möchte ich nicht unterstützen, selbst wenn ich damit weniger Fleisch esse. Doch als tierlieber Konsument will ich natürlich nicht von einem Extrem ins Nächste tappen. Doch wie man sieht, gestaltet es sich gar nicht so einfach das Richtige zu tun.

Ich hoffe ich konnte euch hiermit ein wenig weiterhelfen. Sollten noch Fragen aufkommen, bitte jederzeit melden.

Bildquelle: youtube Video zur Massentierhaltung

Über den Autor: Gaby

Ich bin Gaby, Unternehmerin und Bloggerin. Ich hoffe euch gefallen die Artikel und freue mich immer über Feedback oder wenn ihr die Artikel bei Gefallen teilt ;-)

5 Kommentare für “Fleischkonsum – Tierquälerei als Lifestyle-Begleiter?”

  1. Schlüsseldienst Dortmund

    Ich finde es auch immer sehr Traurig wenn man so hört was mit den Tieren gemacht wird, bin auch ein totaler Tierfreund aber ohne Fleisch geht nicht, ich bin ein Mensch der überhaupt kein Gemüse isst. Somit fällt sehr viel für mich Weg, auch Salat bin ich nicht der Fan von. Bei mir kommt so gut wie jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Ich wünschte ich könnte etwas gegen Tierquälerei machen, aber ich bin da eher Machtlos, genauso wie die meisten von uns. Ich finde einfach das die Kontrollen strenger gemacht werden sollten, vielleicht hat man dann ein bisschen mehr Erfolg, ich habe gesehen das du eine Tierquälerei Doku hier mit gepostet hast, werde es mir aber nicht angucken. Damals gab es auch schon mal ein Tierquälervideo mit dem sie die Tierquälerei stoppen wollten, das war auch nicht gerade sehr schön anzuschauen. Aber naja, ich denke man kann nichts dagegen tun im moment, am besten selbst züchten, aber wer bringt es über das Herz Tiere die man selbst gezüchtet hat zu schlachten?

    Grüße

    Antworten
    • Hallo Fabian,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich sehe das allerdings etwas anders. Ich finde nicht, dass wir nichts tun können. Ich denke, dass jeder einzelne Konsument genau schauen muss, wo er was kauft und sich über die Herkunft und die Tierhaltung informieren muss. Auch wenn das heißt, dass man direkt zum Bauern/Metzger oder was auch immer fährt, um sich die Zustände vor Ort anzuschauen.

      Wenn jeder denken würde „ich kann ja sowieso nichts ausrichten“ landen wir wieder genau da, wo wir bereits sind. Nämlich bei verheerenden Zuständen. Wir Konsumenten haben es auch zugelassen, dass sich die Lebensmittelindustrie so entwickelt. Lange hat keiner nachgefragt oder überhaupt wissen wollen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Heute ist das anders. Glücklicherweise.

      Meiner Meinung nach haben wir Konsumenten eine große Macht. Doch es muss eben jeder bei sich anfangen und seine Kaufverhalten genau checken. Jeder leistet seinen Anteil und am Ende kommt es zum großen Ganzen. Stell dir mal vor, wenn von heute auf morgen ein Hersteller von der Kundschaft boykottiert wird, weil er Tierleid duldet. Was meinst du wie schnell der etwas ändern müsste um sein Business zu retten?

      Natürlich lässt sich so etwas in der Praxis oft nur schwer realisieren. Aber ich denke es ist ein Fehler zu glauben wir wären machtlos.

      Verstehst du meinen Standpunkt?

      Ich würde sagen selbst züchten, kommt da auch nur für die wenigsten in Fragen. Hat ja nicht jeder Platz, Geld und Zeit dafür. Aber deine Frage bringt es auf den Punkt: Wer bringt es schon übers Herz (außer Metzger, die machen das schließlich freiwillig als Beruf) ein Tier zu töten? Ja eben, das ist ja gerade der Knackpunkt. Wir würden alle nie ein Tier umbringen und es dann auf den Grill legen. Oder zumindest nur wenige unter uns wahrscheinlich. Genauso wenig können und wollen wir dabei zusehen, wie es gemacht wird. Aber essen und kaufen tun wir das Fleisch, und vielerorts in viel zu großen Mengen und von der falschen Quelle.

      Ich finde genau da muss man anfangen sich Gedanken zu machen.

      Das Thema ist endlos und man könnte Stunden damit verbringen. Aber genug jetzt ; )

      Vielen Dank nochmals für deinen offenen Kommentar.

      Liebe Grüße,
      Gaby

      Antworten
  2. Schon der Gedanke an die furchtbare Haltung der Mutterschweine verleidet mir das Essen ueberhaupt! Was fuer ein monstroeses Lebewesen muss doch der Mensch sein, dass ihm all diese unvorstellbaren kriminellen Handlungen an dem wehrlosen Tier, welches ganauso ein Recht auf sein Leben hat – voellig wurscht sind, wenn er sich nur den Bauch vollschlaegt mit all den gequaelten, missbrauchten und verstuemmelten Teilen von einst atmenden und fuehlenden Lebewesen! Da laeuft es mir kalt den Ruecken hinunter, dazu verdammt zu sein, mit so einem perversen Drecksack den Planeten zu teilen! Es wundert mich doch sehr, dass dieser Irrlaeufer der Schoepfung mit all seinen egoistischen Vergehen ueberhaupt schlafen kann – oder ist der Grund dafuer doch die Tatsache, dass bereits ueber 70 Prozent dieser Quaeler-Spezies ein Schlafmittel einnimmt um den mit Qualfleisch angefuellten Bauch – oder vielleicht hie und da das Gewissen – zu beruhigen! Jedenfalls reiben sich Pharmaindustrie und Schlachter-Lobby die gierigen Haende und die gefuehlsamputierten Minister und Praesidenten fuehren diese Erde weiter auf ihrer Talfahrt ins Nichts!

    Antworten
    • Hey Attila,

      meinst du mit „Projekt“ lifestyle-design.org oder den Artikel? Wenn es um den Blog allgemein geht: Wir haben die Lust daran keineswegs verloren. Nur leider bleibt gerade wenig bis gar keine Zeit dafür, da wir noch viele andere Projekte haben, die momentan Priorität haben.

      Wir hoffen selbst, dass wir bald wieder mehr zum Bloggen hier kommen.

      Viele Grüße,

      Gaby

      Antworten

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